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By Matthias Herrle

Vielerorts wird heute über Möglichkeiten der Optimierung des Lehr-Lerngeschehens in pädagogischen Veranstaltungen diskutiert. Welche Organisationsprinzipien für den Prozess der Herstellung dieses Geschehens von Bedeutung sind, darüber ist indes noch wenig bekannt. Anhand videographischer Analysen von Etablierungsphasen in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung vermittelt die Interaktionsstudie von Matthias Herrle neue Einblicke in die multimodale Komplexität solcher Herstellungsprozesse. Durch eine Vielzahl an Abbildungen wird ein breites Spektrum an Methoden illustriert, das die Beteiligten selektiv nutzen, um ihr Agieren zu koordinieren. Es wird gezeigt, mit welchen strukturellen Problemen sie im Interaktionsablauf konfrontiert sind und welche Varianten im Umgang mit ihnen realisiert werden. Auf diese Weise wird deutlich, welche interaktiven (Vor-)Leistungen den alltäglichen Vollzug des „pädagogischen Geschäfts“ konstituieren und auch jenseits des Anfang(en)s zu seiner Strukturierung beitragen.

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108) wird. Ihr Profil gewinnt sie zudem dadurch, dass bestimmte kom- 48 3 Charakteristika pädagogischer Interaktion munikative Operationen, die sich in der Zeit zu Mustern verketten, bestimmten sozialen Adressen zugeteilt werden. So ist pädagogische Interaktion durch die sequentielle Verkettung der Operationen ‚Wissens-/Könnensvermittlung’, ‚Darstellung von Aneignung’ und ‚Überprüfung’ (vgl. Kade 2004) geprägt – konversationsanalytisch ausformuliert: durch die Verkettung von Initiation, Erwiderung und Bewertung (initiation, reply, evaluation; vgl.

158) und stiftet so die Grundbedingung zur Fortsetzung des Gesprächs: „In sum, the completion of a sequence establishes the mutual availability of the parties and allows the activity to continue, and failure to complete the sequence establishes or claims the unavailability of at least one of them and perhaps undercuts the possibility of furthering that course of action“ (Schegloff 1968, S. 1089). In der Fortsetzung werden neben dem Problem der Anwesenheit9 und wechselseitiger Aufmerksamkeit auch Probleme der Adressierbarkeit bearbeitet, indem sich die Protagonisten wechselseitig zu erkennen geben.

Die Akteure müssen sich nicht nur wechselseitig zu verstehen geben, dass sie sozialen Kontakt wünschen. Darüber hinaus müssen sie spezifizieren, welche Art von Interaktion angestrebt ist. Im Zusammenhang von Kursen und Unterricht bedeutet dies, dass sie den pädagogischen Zuschnitt ihres Kontakts verdeutlichen müssen, indem sie Ausmaß und Richtung ihrer Disponibilität spezifizieren. Konkret ist damit das Erfordernis verbunden, die strukturellen Eigenarten des zu etablierenden sozialen Rahmens zu antizipieren, indem das eigene Agieren daran ausgerichtet wird.

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