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By Bruno Heller

Daß die modeme Physik etwas anderes ist als die ,,klassische", gehört zu den Grundüberzeugungen unseres Jahrhunderts. Sie hat sich in eigenartiger Weise immer stärker zur hochgezüchteten Spezialwissenschaft entwickelt - kein Laie, aber auch kaum ein "Gebildeter", kann mehr ohne weiteres der Theorienbildung von heute folgen -; sie ist aber andererseits zu einem Faktor unseres Lebens geworden, der uns zwingt, wirtschaft· liche, politische, kulturelle Entscheidungen an dem zu messen, used to be uns die Kenntnis der Atome, der Strahlungen, der Raketenantriebe oder Regelsysteme usw. beschert hat. ,,Die Physik macht heute Geschichte" (A. Unsöld), und sie macht Geschichte vielleicht in einem größeren Maße, als es früher Staatsmänner, Feldherren oder Wirtschaftslenker taten. Physik ist in einem Sinne unbegreiflich geworden. In einem anderen Sinne aber hat sie die Wirklichkeit zu beschreiben, die durch den Ausdruck "physis" für unser Sprechen als "Natur" benannt ist. Heißt, wenn die Physik unbegreiflich zu werden beginnt, daß die Natur selber sich unserem Verständnis allmählich entzieht; jene Natur, die wir doch alle zu kennen meinen und die uns umgibt, auch wenn wir sie technisch umzuformen versuchen; die der Boden unserer Existenz bleibt und von der wir unmittelbares Erleben erwarten, wenn wir ,,hinaus ins weite Land" ziehen? Oder heißt es, daß die Physiker mit ihren Gedankengebäuden sich von der Natur so weit entfernt haben, daß sie gar nicht mehr die physis erreichen, die ihnen als Thema aufgegeben ist? Dieser Verdacht dürfte allerdings nicht als Einzelvorwurf geäußert werden.

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Das Prinzip der Reihung ist offenbar kennzeichnend für das orientalische Denken schlechthin, denn es fmdet sich in ähnlicher Form beim Ornament der indischen, der arabischen Kunst. Als Strukturmerkmal ergibt sich ein dauernder Fluß der Gestaltungen, ohne logischen Abschluß, ohne feste Markierungen, wie etwa bei der "bodenlosen" indischen Kosmologie: Die Welt reitet auf einem Elefanten, der Elefant reitet auf einer Schildkröte, die Schildkröte reitet ... : es gibt da kein Ende, das Seiende wird ein uferlos fluktuierendes Etwas, in das sich der Betrachter versenken muß wie in eine Flut von Bildern; er muß im Strom mitschwimmen und kann keine logisch bestimmende, sondern nur eine meditativ-schauende Haltung einnehmen.

Prinzipien der Mechanik", die seitdem im Zentrum der theoretischen Mechanik überhaupt stehen. Aber es handelte sich bei ihrer Formulierung nicht nur um ein fachwissenschaftliches Problem. Dahinter stand nichts anderes als die doppelte Herkunft des abendländischen Geistes aus Antike und Christentum, und diese zwiefache Tradition zur Synthese zu bringen, war seit dem Ausgang des Mittelalters das Grundthema der europäischen Geistesgeschichte überhaupt geworden. So ist es nicht verwunderlich, wenn die in den ,,Prinzipien der Mechanik" enthaltenen Aussagen immer wieder über das Sachinteresse der Physik hinauswirkten und zu philosophischen Fragestellungen fiihrten.

Es gelang ihm, konkrete Folgerungen abzuleiten, z. B. aus dem Prinzip zu deduzieren, daß die Bahn eines geworfenen Körpers eine Parabel sein müsse, und in ähnlichem Sinne führte Lagrange die Arbeiten Eulers weiter, indem er das Prinzip der kleinsten Wirkung auf ganze Systeme von Massenpunkten anwandte und daraus die Bewegungsgleichungen der Mechanik ableitete. Er ersetzte allerdings das Integral Eulers durch einen Ausdruck, in dem die kinetische Energie (die ,,lebendige Kraft") erschien, und an diese Formulierung knüpfte im 19.

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