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By Rahel Heeg

Anhand ausführlicher Fallstudien arbeitet die Autorin unterschiedliche Bedeutungen physischer Gewaltausübung für weibliche Jugendliche heraus. Dabei werden zwei Gruppen unterschieden. Manche Mädchen üben Gewalt aus, um dadurch einen Gewinn zu erlangen. Sie erleben sich als stark, unabhängig und gerecht, wenn sie Gewalt anwenden. Zusätzlich erhalten sie in einer gewaltbereiten Bezugsgruppe Anerkennung für ihr Tun und schaffen ein Gefühl der Zugehörigkeit. Andere Mädchen sehen sich von einer feindseligen Umwelt bedroht. Durch Gewalt schützen sie sich. Da sie sich von ihren aggressiven Emotionen überwältigt fühlen, bestätigt und vertieft ihr Handeln ein negatives Selbstkonzept.
Die Autorin erläutert die unterschiedlichen purpose und subjektiven Gewinne von physischer Gewalt für weibliche Jugendliche und verdeutlicht deren Sinnhaftigkeit im Rahmen familiär gelernter Interaktionslogiken.

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Möller (2001: 339) kritisiert deshalb Theorien, welche biologisch-anthropologische Dispositionen als Ursache von Gewaltausübung sehen. Nach seiner Meinung sind sozialisationstheoretische Ursachenkomplexe und Entwicklungsverläufe so deutlich belegbar, dass es weitergehender Deutungen nicht mehr bedarf. Auch wenn diese Sichtweise problematisch ist – Sozialisationsfaktoren können nicht erklären, warum eine konkrete Person ein bestimmtes Verhalten zeigt und eine andere Person mit einem ähnlichen Sozialisationshintergrund ein ganz anderes Verhalten –, gehe ich doch auf diesen Erklärungsstrang nicht mehr weiter ein.

In einem profitieren je nach Kontext vom Ruf des ‚bad girls’. Um ihrem Ruf gerecht zu werden, dürfen die Mädchen sich allerdings keine Schwäche erlauben, sie müssen ihre Coolness betonen und ihre „Noproblem-Inszenierungen“ (Silkenbeumer 2007: 325) durchziehen, auch wenn knapp darunter Angst, Verletztheit oder Handlungsunsicherheit lauern. Dies führt dazu, dass Konflikte tabuisiert werden. Die Befragten pendeln zwischen den dichotomen Bildern von Stärke und Schwäche. Sie müssen ein Gleichgewicht herstellen zwischen dem Ich-Ideal der Stärke und dem Selbstbild, dass sie gar nicht stark und selbstbewusst sind.

Es handelt sich um farbige Mädchen, welche in einer Ghettoumgebung aufwachsen, in welcher Gewalt eine alltägliche Handlung und Konfliktlösestrategie darstellt (siehe beispielsweise Laidler & Hunt 1997, 2001, Messerschmidt 1997). Diese Mädchen haben in vielen Fällen eine kurze Schulbildung und wenig Schulerfolg, und sie werden oft sehr jung Mütter (für den nordeuropäischen Raum: Pulkkinen 1992). Im deutschsprachigen Raum sind die Ergebnisse weniger einheitlich. Die mädchenspezifische Teilanalyse von Heitmeyers Gewaltstudie (Conrads & Möller 1995) fand höhere Verunsicherungs- und Angstwerte bei den weiblichen Befragten, der Erklärungswert ist mit einer Varianzaufklärung von 3% aber gering (siehe Conrads & Möller 1995: 275).

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